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Lebenslauf
| Text Sabine Arlitt

 





am Anfang

geboren 1951 in Thusis GR, Bürgerin von Wolfhalden AR, aufgewachsen als jüngstes von drei Mädchen im elterlich geführten Quartier-Restaurant 'Linsebühlhof' in St.Gallen.

Berufsmittelschule mit Handelsdiplom (1969).
Lehrerseminar Rorschacherberg mit Primarlehrerpatent (1975).
Verschiedene Jobs und Anstellungen (vorwiegend in Büros) 1969 - 1989.
Zwischenzeitlich viele Reisen, Sprachen und Orte in Europa und Nordafrika, seit 1988 vorwiegend und ausgiebig in Indien.  

 


Hinwendung zur Kunst


1979 - 80 Vorkurs an der Kunstgewerbeschule Zürich - heute ZHdK Zürcher Hochschule der Künste -
1981-92 Atelier in der Roten Fabrik Zürich
1985 - 87 'zeichnen + Bilder' - Pilotkurs des Studienbereichs Bildende Kunst ZHdK
2009 - 11 Master of Fine Arts (Arts in Public Spheres) an der Hochschule Luzern HSLU

Zahlreiche Ausstellungen (einzeln und in Gruppen).
Mitarbeit in verschiedenen Künstler- und Kulturgremien, mehrere öffentliche Ankäufe, Werkbeiträge und Stipendien. Ab 1987 freischaffend als Illustratorin, von 1990 bis 2010 Dozentin an der ZHdK - Ab 2011 neu in der selbstverwalteten Übergangslösung für die ZHdK-Weiterbidlungskurse dranbleiben). Seit 1993 eigenes Atelier in einer ehemaligen Druckerei in Pfäffikon Zh.
     

 

Yoga

Nach dem klassischen Kinderballet (Stadttheater St.Gallen) und vielen Jahren Improvisationstanz als junge Erwachsene (Erika Ackermann, Margrit Landolt) erste Begegnung mit Hatha-Yoga anlässlich meiner zweiten Indienreise 1992/93 (Clive Sheridan). Seither kontinuierliche Alltags-Praxis und Weiterbildung/eigene Schulung in Yoga und Meditation (s. separaten Lebenslauf ).

1996/1998: Yogalehrerausbildung und Meisterdiplom in Indien
Mitglied des Schweizer YogaVerbandes SYV
Ab 1996 Yogaunterricht in Pfäffikon für Einzelne und in Kleingruppen sowie für Strafgefangene der Strafanstalt Regensdorf (1998 - 2005)



2002


Statement

Wie Agnes Martin, so denke auch ich "an Schönheit, wenn ich an Kunst denke". Weshalb mich Jallahuddin Rumis (14. Jh.) poetisches Statement schon seit Langem als Leitmotiv begleitet:

'Let the beauty we love, be what we do. There are hundreds of ways to kneel and kiss the ground.'
 
Dieses Motiv steckt auch in der zentralen Frage, mit der ich mich als Sofie Honig an vielerlei Menschen wende: 'Was (woran/wofür) würden Sie arbeiten WOLLEN, wenn Sie nicht MÜSSTEN?'

Die Sehnsucht in Arbeit verwandeln...
"

Winter 2011/12


 

 

 

Bilder einer Zeit
oder vom Atmen im Zwischenraum der Silben

Gerda Tobler ist Künstlerin, freischaffende Illustratorin, Lehrbeauftragte an der Hochschule für Gestaltung und Kunst (heute ZHdK) und Lehrerin für Hatha-Yoga. Sie lebt bewusst nicht dort, wo man sich verspricht, am Puls der Zeit zu sein. Vor zehn Jahren hat sie ihr Atelier von der Roten Fabrik in Zürich in eine ehemalige Druckerei nach Pfäffikon (ZH) verlegt. Auch dort erreicht sie in nur wenigen Minuten den See - einen See. Wasser spielt eine zentrale Rolle in ihrem Denken. Wasser steht für stetes Fliessen. Wasser wird in vielen Weltschöpfungsmythen als Quelle allen Lebens angesehen. Wasser ist auch das Symbol der unbewussten Tiefenschichten der Persönlichkeit. Erwähnenswert ist aber auch, dass es als eines der elemtaren Symbole ambivalent (zwiespältig) ist, da es einerseits belebt und fruchtbar macht, andererseits auch ein Hinweis auf Versinken und Untergang ist. (vgl. Knaurs Lexikon der Symbole)

Ich bin Gerda Tobler erst vor kurzem zum ersten Mal persönlich begegnet. Sie trug gerade eine Kurz-Performance vor und machte dabei ihr Publikum mit der "Königin von Luxor", mit dem "Berg mit Mond" und mit der "Sonne- und Mondatmung" vertraut. Mit ihrer gelösten, gleichzeitig konzentrierten Körperhaltung und ihrer ausbalancierten, "runden" Atmung strahlte sie eine Kraft aus, die sie in Form einer motivierenden Anregung weitergab.

Sie wundern sich vielleicht, wieso ich von Yoga-Übungen spreche, da doch die Eröffnung einer Kunstausstellung ansteht, weshalb ich ein Zitat anfügen möchte, das sich Gerda Tobler selbst als eine Art Leitschnur bei der Malerin Agnes Martin entlehnt hat: "Wenn ich an Kunst denke, denke ich an Schönheit. Schönheit ist das Geheimnis des Lebens. Sie liegt nicht im Auge, sie liegt im Innern. In unserem Innern gibt es Erkenntnis von Vollkommenheit." (Agnes Martin: Writings)

Yoga bedeutet konkretes Arbeiten an sich selbst. "MAUNA" nannte Gerda Tobler eine installative Arbeit, welche die gemachten Erfahrungen während ihres Atelieraufenthalts im abgelegenen Maloja auf das Wesentliche fokussierte. MAUNA kommt aus dem Sanskirt und heisst "erfülltes Schweigen". Und Gerda Tobler erklärt, dass es sich bei dem "erfüllten Schweigen" um eine Übung des Nichtsprechens handle, um innere höchste Höhen zu erklimmen. Und diese inneren höchsten Höhen sind durchaus mit Agnes Martins "Erkenntnis von Vollkommenheit" zu vergleichen. 

Schnell hat Gerda Tobler erkannt, dass es unbefriedigend bleiben muss, gelesene Weisheiten bildlich umsetzen zu wollen, solange der Körper nicht reif ist für die Befreiung, die dem Geist die notwendige Stille bietet. (...)

Auszug aus der Rede von Sabine Arlitt, Kunstkritikerin, für die Ausstellungseröffnung an der Paulus-Akademie, Zürich, 8. Mai 2003