Sie wundern sich vielleicht, wieso ich von Yoga-Übungen spreche, da doch die Eröffnung einer Kunstausstellung ansteht, weshalb ich ein Zitat anfügen möchte, das sich Gerda Tobler selbst als eine Art Leitschnur bei der Malerin Agnes Martin entlehnt hat: "Wenn ich an Kunst denke, denke ich an Schönheit. Schönheit ist das Geheimnis des Lebens. Sie liegt nicht im Auge, sie liegt im Innern. In unserem Innern gibt es Erkenntnis von Vollkommenheit." (Agnes Martin: Writings)
Yoga bedeutet konkretes Arbeiten an sich selbst. "MAUNA" nannte Gerda Tobler eine installative Arbeit, welche die gemachten Erfahrungen während ihres Atelieraufenthalts im abgelegenen Maloja auf das Wesentliche fokussierte. MAUNA kommt aus dem Sanskirt und heisst "erfülltes Schweigen". Und Gerda Tobler erklärt, dass es sich bei dem "erfüllten Schweigen" um eine Übung des Nichtsprechens handle, um innere höchste Höhen zu erklimmen. Und diese inneren höchsten Höhen sind durchaus mit Agnes Martins "Erkenntnis von Vollkommenheit" zu vergleichen.
Schnell hat Gerda Tobler erkannt, dass es unbefriedigend
bleiben muss, gelesene Weisheiten bildlich umsetzen zu wollen,
solange der Körper nicht reif ist für die Befreiung,
die dem Geist die notwendige Stille bietet. (...)