* = das sind aktuelle Mindestmassangaben
aus den offiziellen CH-Richtlinien für Versuchs- resp.
Nutztierhaltung
(frei zusammengestellt von Gerda Tobler, Stand Januar 08)
Rosas
Entstehungsjahr
1987
Technik
und Masse
5 Kohle-/Leinölzeichnungen
auf Papier, 157 x 190 cm
Die Tiere waren schon lange vor uns da: alle
sind sie ihrer Art gemäss intelligente und beseelte
Geschöpfe, eingebunden in das Geheimnis und Wunder
des Lebens. So wie wir.
Spätestens seit der Industrialisierung werden
unsere Gefährten aus dem Tierreich (zu Land,
Wasser und Luft) nach fast ausschliesslich menschenbezogenen
Kriterien aufgeteilt in ‚Nützlinge’
und ‚Schädlinge’:
Was für uns als nützlich oder schmackhaft
gilt, wird in Ställen, Gehegen, Käfigen,
Boxen und Labors opitimiert, manipuliert, vivisektioniert,
industrialisiert, getestet, gemästet, gezüchtet,
kontrolliert, getötet und verwertet. Oder auf
'freier' Wildbahn gejagt, gefangen, erlegt und gemetzelt.
Ein grosser Teil der Nützlinge landet in unseren
Töpfen und Mägen. Oder wird zu Tasche
oder Schuh, Sofa oder Corbusierliege, modischem
Accessoir u.a.m. Oder wird wieder zu Futter für
andere Vierbeiner. Das Nichtverwertbare wird nach
Ge- und Verbrauch als Abfall entsorgt.
Was als schädlich oder überzählig
gilt, wird mit vielerlei Strategien und Mitteln
dezimiert, vergiftet, erschossen oder sonstwie vernichtet
und je nachdem wiederum verspiesen.
Die ‚neuen Wilden’ (zB Wolf, Bär,
Wildschwein) machen uns neuerdings wieder zu schaffen
und erleiden oft das selbe Schicksal wie die ‚Schädlinge’.
Für die noch nicht ausgerottenen, als schützenswert
anerkannten ‚alten Wilden’ werden Reservate
geschaffen. Manche landen hinter Gittern (zB Zoo). Viele Arten sterben trotzdem aus. Täglich.
Viele der domestizierten, ehemaligen ‚Wildlinge’
geniessen - stellvertretend für alle anderen?
- unsere Liebe und Fürsorglichkeit, nicht selten
im Übermass.
Sowohl der gesellschaftliche wie der persönliche
Umgang mit den Tieren (mit eingeschlossen auch die Essgewohnheiten) sind Ausdruck unserer Beziehung zu diesen Wesen, unserer Fähigkeit oder Abspaltung von Mitgefühl sowie unserer Auffassung
von ‚Wirklichkeit’, die wir so erst erschaffen. - Sie könnte auch ganz anders sein..