(...) Gerda Tobler spielt
mit Fragmenten. Sie zitiert, collagiert, montiert. (...)
Obwohl sie sich in die verschiedensten Gebiete einliest, betont
sie, dass sie in erster Linie ein Augenmensch sei. Sie reagiert
auf Bildbotschaften und 'sieht' Geschriebenes."
(Sabine Arlitt, Kunsthistorikerin, Auszug ihrer Rede, Paulus-Akademie
2003
(...) Wenn in einem Garten alle Vorbedingungen zum
Wachstum ganz die gleichen sind, da er nur aus einer
Erdgattung besteht, alles mit ein und demselben Wasser
begossen wird, und Licht, Luft und Wärme über
der ganzen Fläche des Gartens ebenfalls ein und
dieselben sind, wie kommt es dann, dass eben die gleichen
Kräfte stets verschiedenartige Wirkungen hervorbringen?
Das kommt daher, dass ein jeder verschiedene Samen
nur diejenigen Urstoffsubstanzen an sich zieht und
in sich in seiner Art verkörpert, die er als
stets der gleiche und unveränderte Same schon
vor mehreren tausendmal tausend Jahren an sich gezogen
und verkörpert hat.
Siehe, da taucht Reingeistiges in der organischen Materie auf und zeigt dem geweckten Beobachter, dass eben nur Reingeistiges ein wahres Etwas ist, und dass das, was des Aussenmenschen Sinne als ein Etwas ansehen und betrachten, eigentlich gar nichts ist, sondern dass nur das, was im Samenkorne verborgen ruht, ein wirkliches Etwas ist, weil es ein Reingeistiges ist. Dieses ruht im kaum sichtbaren kleinsten Hülschen, das in dem vom ganzen Samenkorne umschlossenen Keimhülschen vorhanden ist. Dieses eingeschlossene Reingeistige ist ein mit Liebe, Licht und Willenskraft erfüllter Gedanke oder eine Idee in ihrer vollen Isoliertheit von den zahllos vielen anderen für sich ebenso abgemarkten und abgesonderten Gedanken und Ideen.