Video-Performance und -Installation für
4 Monitoren: Gerda Tobler (mars): Idee und Ausführung, Martin
Jäggi (mars): Kamera und visuelle Gestaltung, Petr Synek:
technische Assistenz/Schnitt, Marc Zeier: musikalische Konzeption
Eadweard Muybridge (1830 – 1904) schuf
vor rund 100 Jahren sein grosses fotografisches Werk „The
Human Figure in Motion“, dessen Zielsetzung ein empirisches
Studium der Bewegungsabläufe war. Die Schönheit und Grundsätzlichkeit
seines Werks geben mir für meine Arbeit immer wieder wichtige
Impulse. Der Akt und der bewegte, sich bewegende Mensch stellen in
der Malerei – von der Renaissance bis in die Gegenwart –
ein zentrales Thema dar. Dies ist ein weiterer Beitrag dazu.“
(GT, Oktober 1989)
Zur Installation:
4 Monitoren sind auf gleicher Höhe in einem grossen,
angedeuteten Kreis linear angeordnet. Auf jedem Monitor läuft
repetitiv je 1 der 4 Bildfolgen. „horizontal –
vertikal“ ist nach der Musik von Mark Zeier (Zh) geschnitten
und bespielt.
Als Ausgangspunkt für unsere Arbeit wählten wir
folgene Bewegungsarten:
- den aufrechten Gang von einem Punkt zum anderen (darin enthalten
das Laufen, Springen etc.)
- das Fallen als Bewegung zwischen Gehen und Liegen (darin
enthalten das Fliegen)
- das Drehen um die eigene Achse (darin enthalten das Liegen
und Schweben)
Band 1: horizontal / vertikal
Die oben erwähnten Bewegungsabläufe Gehen/Fallen/Drehen
wurden mittels Zeitlupe repetitiv zur Musik auf das Band geschnitten.
Dieses Band stellt die gedankliche und zeitliche (Musik verstanden
als zeitlicher Parameter) Grundstruktur der gesamten Installation
dar.
Band 2: gehen abstrakt
Bewegung losgelöst von Körper und Raum, aufgelöst
in Zeit und Licht.
Band 3: positiv – negativ
Zusammengerollt liegend und um das innere Zentrum langsam
drehend, vermittelt diese Bewegung den Eindruck von Schwere-losigkeit;
die Illusion des Schwebens wird durch das Negativbild noch
verstärkt. Schweben verstanden als Synthese zwischen
Fallen und Getragen sein und als Gegensatz zum aufrechten
Gang.
Band 4: freie Übung zum Flug
Diese Band thematisiert den uralten Traum des erdgebundenen
Menschen und nimmt zudem Bezug auf die klassische Thematik
der Aktmalerei.